Digitale H5P-Aktivitäten haben für mich das Potenzial, Differenzierung im Unterricht nicht nur praktikabel, sondern auch motivierend zu gestalten. Ich möchte dir zeigen, wie du mit einfachen H5P-Elementen drei Leistungsniveaus abdecken kannst — ohne stundenlange Vorbereitung und so, dass die Schülerinnen und Schüler wirklich engagiert mitarbeiten.
Warum H5P für differenzierte Aufgaben?
H5P bietet interaktive und sofort einsetzbare Aktivitäten (z. B. Quiz, Drag-and-Drop, Interactive Video), die du direkt in Lernplattformen wie Moodle, MoodleCloud, WordPress oder in unserem schulinternen LMS einbetten kannst. Für mich ist die Stärke von H5P, dass die Inhalte adaptiv, multimedial und selbstevaluierend sind — ideal, um Lernende auf unterschiedlichen Niveaus individuell anzusprechen.
Grundprinzip: Drei Niveaus, gleiche Lernziele
Ich arbeite mit drei Stufen: Basis, Erweiterung und Herausforderung. Wichtig ist, dass alle drei Niveaus zum gleichen übergeordneten Lernziel führen (z. B. „Texte verstehen“ oder „Brüche addieren“), aber unterschiedlich unterstützt oder erweitert sind. So bleibt die Arbeit fair und zielorientiert.
Konkrete H5P-Aktivitäten und Aufbau der Niveaus
Hier drei einfache Routinen, die du schnell für verschiedene Fächer anpassen kannst.
Basisniveau (Sicherheit)
Aktivität: Multiple Choice + Drag and Drop
Gestaltung:
Didaktik: Das Ziel ist, Sicherheit zu schaffen. Ich nutze einfache Sprache und unterstützende Bilder. Positive Rückmeldungen motivieren — H5P erlaubt individualisierte Feedback-Texte, die ich bewusst ermutigend formuliere.
Erweiterungsniveau (Anwendung)
Aktivität: Interactive Video mit eingebetteten Fragen + Fill in the Blanks
Gestaltung:
Didaktik: Die Lernenden müssen Informationen abrufen und anwenden. Ich stimme die Video-Inhalte auf das Thema ab und setze Fragen so, dass sie Transferleistung erfordern, nicht nur Auswendiglernen.
Herausforderungsniveau (Vertiefung)
Aktivität: Course Presentation oder Branching Scenario
Gestaltung:
Didaktik: Lernende arbeiten selbstständiger, reflektieren ihre Entscheidungen und begründen Lösungswege. Für mich ist wichtig, dass die Aufgaben offen genug sind, um kreative Lösungen zuzulassen.
Beispiel: Deutsch-Unterricht (Textverständnis)
Ich zeige kurz, wie das konkret aussehen kann:
| Niveau | H5P-Aktivität | Beispielaufgabe |
| Basis | Multiple Choice + Drag and Drop | Wortschatz und einfache Verständnisfragen zum Text |
| Erweiterung | Interactive Video + Fill in the Blanks | Videoanalyse zu Textmotiven, Lückentexte mit Zielvokabular |
| Herausforderung | Branching Scenario / Course Presentation | Alternative Enden schreiben oder Charakteranalyse mit Belegen |
Praktische Umsetzung im Unterricht
So setze ich die Aktivitäten in drei Schritten ein:
Diagnose und Zuordnung der Niveaus
Manchmal sollen Lernende ihr Niveau selbst wählen, oft ist eine vorherige Diagnose sinnvoll. Ich nutze dafür ein kurzes H5P-Quiz (5 Fragen) als Einstiegscheck. Die automatische Auswertung hilft mir, realistische Gruppen zu bilden ohne Stigmatisierung — die Aufgaben sind so formuliert, dass jede/r einen Erfolg erleben kann.
Bewertung und Feedback
H5P liefert direkte Rückmeldungen, die ich mit punktueller Lehrerrückmeldung kombiniere. Für summative Zwecke verknüpfe ich H5P-Ergebnisse mit dem Notensystem unserer Lernplattform oder exportiere die Resultate als CSV. Für mich ist wichtig:
Motivation steigern — meine Tricks
Ich habe gute Erfahrungen mit folgenden Elementen gemacht:
Häufige Stolperfallen und Lösungen
Einige Probleme lassen sich leicht vermeiden:
Material teilen und anpassen
Ein grosser Vorteil ist: H5P-Inhalte sind leicht teilbar und anpassbar. Auf unserer Plattform unterrichtsideen.ch lade ich oft Vorlagen hoch, die du übernehmen und editieren kannst. Probiere vorerst fertige Vorlagen aus und passe Schritt für Schritt Sprache, Bilder oder Schwierigkeitsgrad an.
Wenn du magst, kann ich dir konkrete Vorlagen für ein Thema (z. B. Brüche, Textverständnis, Sachunterricht) zusammenstellen — schreib mir einfach dein Fach, die Klassenstufe und welches Lernziel du anstrebst.