Projektwochen sind für mich immer ein Highlight: Schüler*innen arbeiten selbstständig, Themen können vertieft und fächerübergreifend gedacht werden. Aber ohne klares Klassenmanagement verwandelt sich die Projektwoche schnell in Chaos – Gruppenmitglieder sind unklar, Zeitpläne werden missachtet und die Bewertung wirkt willkürlich. Aus meiner langjährigen Erfahrung habe ich praktische Werkzeuge entwickelt, die wirklich funktionieren. In diesem Beitrag teile ich meine erprobten Lösungen zur Rollenverteilung, eine praktikable Timingvorlage und Kontrollinstrumente, die Ihnen den Alltag während einer Projektwoche deutlich erleichtern.
Warum Rollenverteilung so wichtig ist
Meine Erfahrung: Gruppenarbeit scheitert selten am Thema, sondern meist an der Organisation. Eine klare Rollenverteilung verhindert Missverständnisse, erhöht die Eigenverantwortung und fördert gleichzeitig soziale Kompetenzen. Ich setze Rollen bewusst ein, weil sie:
Wichtig ist: Rollen sollen flexibel und rotierend sein. So erleben alle Schüler*innen verschiedene Aufgabenfelder (Planen, Recherchieren, Präsentieren etc.) und niemand bleibt dauerhaft in einer Rolle, die ihm oder ihr nicht liegt.
Erprobte Rollen, die bei mir funktionieren
Ich lege in der Regel folgende Rollen fest – je nach Gruppengrösse kann man Rollen kombinieren oder erweitern:
Ich gebe den Rollen klare Aufgabenbeschreibungen als A4-Card (analog) und als digitale Version in Google Docs oder OneNote. Diese Karten enthalten konkrete Checklisten – das reduziert Nachfragen und macht Erwartungen sichtbar.
Timingvorlage: Tages- und Wochenstruktur
Eine realistische Zeitplanung ist das Rückgrat jeder Projektwoche. Ich arbeite mit einer leicht anpassbaren Timingvorlage, die Sie für verschiedene Projektlängen nutzen können. Hier ein Beispiel für eine fünftägige Projektwoche (je 6 Schulstunden/Tag):
| Tag | Morgen (1–3 Std.) | Mittag (4 Std.) | Nachmittag (5–6 Std.) | Ende/Reflexion |
|---|---|---|---|---|
| Tag 1 | Kick-off: Thema, Rollenverteilung, Gruppenfindung | Recherche & Zieldefinition | Aufgabenplanung & Meilensteine setzen | Kurzes Stand-up & Tagesprotokoll |
| Tag 2 | Vertiefte Recherche & Materialbeschaffung | Prototypen/Entwürfe erstellen | Zwischenpräsentation & Feedbackrunde | Aktionspunkte für morgen |
| Tag 3 | Umsetzung Teil 1 | Fachspezifische Arbeit/Experimente | Peer-Review & Verbesserungen | Reflexionsrunde mit Bewertungscheck |
| Tag 4 | Umsetzung Teil 2 | Feinschliff & Probeläufe | Präsentationsvorbereitung | Probepräsentationen |
| Tag 5 | Letzte Überarbeitungen | Endpräsentationen & Ausstellung | Abschlussreflexion & Bewertung | Archivieren der Ergebnisse |
Diese Vorlage passe ich jeweils an Unterrichtszeiten und Raumverfügbarkeit an. Ich plane immer Pufferzeiten (mind. 15–30 Minuten pro Tag) für unerwartete Ereignisse ein. Außerdem organisatorischer Hinweis: Für technische Arbeit nutze ich gerne iPads oder Laptops mit geladenen Geräten und lege eine technische Ansprechperson fest (z. B. eine Schüler*in mit Rolle "IT").
Kontrollinstrumente, die wirklich helfen
Kontrolle bedeutet für mich nicht Kontrolle im Sinne von Überwachung, sondern Unterstützung und Transparenz. Folgende Instrumente setze ich ein:
Praktische Tipps für weniger Stress
Wenn Sie möchten, stelle ich Ihnen gern die von mir verwendeten Rollen-Cards und die Timingvorlage als editierbare Google-Docs-Datei zur Verfügung – schreiben Sie mir einfach über das Kontaktformular auf Unterrichtsideen. Im nächsten Beitrag zeige ich, wie man Projektwochen mit heterogenen Lerngruppen differenziert, ohne dass der organisatorische Aufwand überhandnimmt.