Stationslernen ist für mich eine der effizientesten Methoden, um Differenzierung im Unterricht schnell und übersichtlich umzusetzen. In vielen Schulstunden möchte ich möglichst viel Lernzeit für die Schülerinnen und Schüler gewinnen und gleichzeitig jedem Lernenden passende Herausforderungen bieten. Mit einem klaren Plan und einigen fix fertigen Vorlagen gelingt mir das oft in 15 Minuten — ja, wirklich. In diesem Artikel beschreibe ich meine Schritt-für-Schritt-Vorgehensweise, gebe konkrete Stationstypen, eine praktische Vorlage und Tipps zur Materialvorbereitung.

Vorbereitung — meine 3-Minuten-Checkliste

Bevor ich ans konkrete Planen gehe, checke ich kurz folgende Punkte. Diese Routine spart mir später Zeit:

  • Fach und Lernziel: Was sollen die Schüler am Ende sicher können?
  • Dauer der Stunde: Wie viel Zeit haben die Gruppen pro Station?
  • Ressourcen: Welche Materialien sind vorhanden (Arbeitsblätter, Tablets, Lernspiele)?
  • Wenn diese drei Dinge klar sind, starte ich mit dem konkreten Stationsplan — und das in maximal 12 Minuten.

    Schritt-für-Schritt: Stationslernen in 15 Minuten planen

    Ich arbeite strukturiert und in kurzen Blöcken. So vermeide ich Grübeln und behalte den Fokus.

  • 1. Anzahl und Länge der Stationen wählen (2 Minuten)
    Ich entscheide mich meist für 4 Stationen à 12–15 Minuten. Das passt gut in 60 Minuten inkl. Wechsel und Einführung. Bei kürzeren Stunden reichen 3 Stationen.
  • 2. Stationstypen festlegen (3 Minuten)
    Damit die Lernenden verschiedene Kompetenzen üben, kombiniere ich oft:
  • Wiederholungsstation (kurze Übungen)
  • Transfer-/Anwendungsstation (Problemlösen, Texte anwenden)
  • Förder- oder Forderstation (individualisierte Aufgaben)
  • Partner-/Kommunikationsstation oder digitale Station (Quiz, Lernapps)
  • 3. Differenzierung einbauen (4 Minuten)
    Für jede Station lege ich 2–3 Schwierigkeitsstufen fest: A (Basis), B (Standard), C (Challenge). Das kann so aussehen:
  • A: 6 Aufgaben, Hilfestellungen, Wortlisten
  • B: 8 Aufgaben, Hinweise
  • C: offenere Aufgaben, höhere Komplexität
  • Ich schreibe kurz pro Station, welche Lernenden für welche Stufe geeignet sind — z. B. „Schüler mit Lernausweis Rot → A“. So weiß jede Gruppe gleich, was zu tun ist.
  • 4. Materialien zuordnen (2 Minuten)
    Ich gebe jeder Station ein klar beschriftetes Set: Aufgabenblatt, Lösungsblatt für die Lehrperson, Material (Wörterkarte, Spielmaterial, Tablet). Alles kommt in eine beschriftete Box oder Ordner.
  • 5. Klar kurze Instruktionen formulieren (1 Minute)
    Am Stationstisch notiere ich 2–3 Sätze: Ziel, Zeit pro Aufgabe, Abgabeformat. Diese Kurzinfos drucke ich auf ein kleines Kärtchen — reicht völlig.
  • Beispiel: Stationsübersicht (für eine 60-Minuten-Stunde)

    Station Typ Inhalt Differenzierung Material
    Station 1 Wiederholung Kurztest: 8 Aufgaben A/B/C Arbeitsblatt, Lösungsblatt
    Station 2 Transfer Textaufgabe mit Anwendung A: Hilfestellen, C: offene Fragestellung Textkopie, Schreibblätter
    Station 3 Digital Quiz auf LearningApps / Kahoot Adaptive Aufgaben Tablet, QR-Code
    Station 4 Förder/Forder Mathe-Workshops / Spiele Individuelle Aufgabenblätter Spielmaterial, Differenzierte Karten

    Meine Lieblings-Vorlagen (die ich immer dabeihabe)

    Ich habe ein kleines Paket an Vorlagen, das ich an jede Klasse anpassen kann. Deshalb reichen mir wenige Änderungen, um eine neue Stationsrunde zu erstellen:

  • Stationskarte (Name, Ziel, Zeit, Material)
  • Aufgabenblatt 3-stufig (A/B/C)
  • Feedback-Karte für die Lehrperson (kurze Checkpoints)
  • Checkliste für den Einstieg (Regeln, Wechsel)
  • Du findest ähnliche Vorlagen auf Unterrichtsideen — ich stelle dort immer wieder aktualisierte PDFs und editierbare Word-/Google-Docs-Versionen bereit. So kann man schnell kopieren oder digital anpassen.

    Tipps für schnelles Differenzieren

    In der Praxis haben sich bei mir folgende Tricks bewährt:

  • Farbcodierung: Drucke A/B/C in verschiedenen Farben. Schüler erkennen sofort, welches Material zu ihnen passt.
  • Rollen verteilen: Gib Gruppen Rollen (Moderatorin, Zeitwächter, Materialverantwortliche), das reduziert Chaos beim Wechsel.
  • QR-Codes für digitale Stationen: Ein QR-Code führt direkt zu einem Quiz oder Erklärvideo — spart Einführungszeit.
  • Selbstkontrolle einbauen: Kleine Lösungskarten ermöglichen direkte Rückmeldung — das entlastet mich während der Phase.
  • Wie ich mit Störungen und ungleichmäßigem Tempo umgehe

    Oft haben einige Gruppen schneller fertig als andere. Dafür habe ich immer einen kurzen „Schnell-Vertiefungsauftrag“ parat (3–5 Minuten), z. B. eine Denkfrage oder ein Mini-Quiz. Für langsamere Gruppen gibt es vorbereitete Hilfestellungen oder die Möglichkeit, bei mir kurz Unterstützung zu holen.

    Praktisches Materialbeispiel: Stations-Kärtchen

    So sieht die Minimalinformation auf einem Kärtchen aus — ich schreibe sie meist in 1–2 Sätzen:

  • Ziel: Informationen aus Texten entnehmen
  • Aufgabe: Beantworte 5 Fragen zum Text (A: Hilfestellungen, B: ohne Hilfe, C: + zusätzliche Frage)
  • Zeit: 15 Minuten
  • Abgabe: Heft / Ordner
  • Evaluation kurz und wirksam

    Am Ende der Stunde mache ich eine 3-minütige Blitzreflexion: Jede Gruppe notiert auf einem Post-it ein Erfolgserlebnis und eine Frage. Das gibt mir unmittelbares Feedback für die nächste Planung. Diese Methode ist schnell, motivierend und zeigt, wo ich beim nächsten Durchlauf die Differenzierung anpassen muss.

    Wenn du möchtest, kann ich dir die von mir genutzten Vorlagen als editierbare Dateien zusammenstellen — beschreibe kurz dein Fach und die Klassenstufe, dann passe ich die Vorlagen entsprechend an. Auf Unterrichtsideen findest du auch bereits vorbereitete Materialien, die du sofort einsetzen kannst. Viel Erfolg beim schnellen Planen — und denk daran: Mit einer festen Struktur und ein paar Vorlagen ist gutes differenziertes Stationslernen tatsächlich in 15 Minuten vorbereitet.