In meinem Unterricht will ich schnell und zuverlässig herausfinden, wie viel die Lernenden verstanden haben — und zwar so, dass jede*r auf seinem Niveau abgeholt wird. Deshalb zeige ich hier, wie du in maximal 10 Minuten ein differenziertes Exit-Ticket mit QR-Code und Google Formulare erstellst. Das Tool ist flexibel, papierlos und lässt sich sofort im Unterricht einsetzen.
Warum ein digitales Exit-Ticket?
Ein Exit-Ticket am Ende der Stunde gibt mir direkte Rückmeldung über Lernstände, Missverständnisse und Förderbedarf. Wenn ich es digital über Google Formulare und QR-Codes mache, profitiere ich von:
Was du brauchst (kurz)
Schnelle Schritt-für-Schritt-Anleitung (unter 10 Minuten)
Ich strukturiere die Arbeit so, dass ich mit klaren Bausteinen arbeite. Das reduziert Entscheidungszeit und ermöglicht ein schnelles Resultat.
Öffne Google Formulare und klicke auf "Leeres Formular". Vergib einen klaren Namen wie "Exit-Ticket — Thema X — Datum".
Fügt ein Pflichtfeld für den Namen ein (optional: anonym lassen, wenn du anonymes Feedback willst). Dann das Feld "Klassenstufe" oder "Gruppe" — nützlich, wenn du mehrere Niveaus unterrichtest.
Hier mein Lieblingsaufbau: eine kurze Pflichtfrage, eine Wahlmöglichkeit für das Niveau und je nach Wahl weiterführende Fragen.
Für die Differenzierung nutze ich die Funktion "Abschnitt basierend auf Antwort fortsetzen". Je nach gewähltem Niveau wird die Schülerin oder der Schüler zu einem passenden Abschnitt weitergeleitet.
In den jeweiligen Abschnitten füge ich kurze Aufgaben ein:
Wichtig: Halte die Aufgaben kompakt — ein Exit-Ticket soll in 3–5 Minuten ausgefüllt sein.
Unter den Formulareinstellungen stelle ich sicher, dass:
Klicke auf "Senden" → Link kopieren. Verkürze die URL (optional) für Druck oder SMS. Dann füge die URL in einen QR-Code-Generator ein und speichere das Bild. Alternativ: Rechtsklick auf den Link in Chrome → "QR-Code für diese Seite erstellen".
Zeige den QR-Code auf dem Beamer, auf dem Smartboard oder drucke ihn als A4-Poster. Die Schüler*innen scannen, füllen das Exit-Ticket aus — fertig.
Beispielstruktur eines Formulars (als Tabelle)
| Abschnitt | Fragetyp | Beispiel |
|---|---|---|
| Allgemein | Kurzantwort / Multiple-Choice | Name (optional), Klasse, "Was hast du gelernt?" |
| Sicherheit | Multiple-Choice | "Wie sicher fühlst du dich?" |
| Niveau-Auswahl | Multiple-Choice | Basis / Ausbau / Herausforderung |
| Basis | Multiple-Choice / Kurzantwort | Einfache Verständnisfrage |
| Ausbau | Kurzantwort | Transferaufgabe |
| Herausforderung | Absatz / Kurzantwort | Komplexe Aufgabe oder Begründung |
Tipps zur Differenzierung
Datenschutz und praktische Hinweise
Da du mit personenbezogenen Daten arbeitest, beachte die Schul- und Kantonsrichtlinien: Wenn du Namen sammelst, kläre die Eltern oder nutze anonyme Tickets. Ich gebe häufig die Option "Name freiwillig", damit sensible Teilnehmende anonym bleiben können.
Auswertung und Nutzung der Daten
Die gesammelten Antworten landen in einer Google-Tabelle. Das ist mein zentraler Ort für Auswertung:
Beispiele für schnelle Adaptationen
Vorlagen und Wiederverwendung
Ich empfehle, eine Exit-Ticket-Vorlage in Google Drive zu speichern. So brauchst du nur Thema, Datum und die speziellen Aufgaben anzupassen. Für regelmäßigen Einsatz lege ich mehrere Vorlagen an: eine für Diagnostik, eine für Transfer und eine für Sozial-emotionale Rückmeldungen.
Wenn du magst, kannst du das Formular auf deiner Webseite oder im Lernmanagementsystem (z. B. Moodle, itslearning, Google Classroom) einbetten. Für https://www.unterrichtsideen.ch nutze ich häufig die Kombination Formular + QR-Code auf einem einseitigen Aushang, den ich den Kolleg*innen zur Verfügung stelle — so sparen alle Zeit und profitieren von erprobten Fragen.
Wenn du Unterstützung beim Erstellen einer Vorlage möchtest, schreibe mir gern konkrete Angaben zur Klasse und zum Thema — ich helfe dir, ein passendes Exit-Ticket aufzusetzen oder eine Vorlage zu adaptieren.